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PAEK – Die „unterschätzte“ Werkstofffamilie in der Prothetik

Quelle: Hein/Westland, „Die Wissenschaft hinter der Zahnfarbe“, Quintessenz Zahntechnik 2025 

Die Abkürzung PAEK steht für Polyaryletherketone – eine Klasse thermoplastischer Hochleistungskunststoffe, die in der Zahnmedizin zunehmend eingesetzt wird. PAEK-Werkstoffe zeichnen sich durch hohe mechanische Stabilität, Biokompatibilität und Temperaturbeständigkeit aus. Vielleicht denkt Ihr jetzt: PAEK? Aber das heißt doch PEEK. Schauen wir es uns an:

Zur PAEK-Familie zählen unter anderem:

  • PEEK (Polyetheretherketon): bewährt, vielseitig einsetzbar (für herausnehmbare und festsitzende Restaurationen)
  • PEKK (Polyetherketonketon): steifer als PEEK, leicht gräulich, wird z. B. unter dem Handelsnamen Pekkton ivory eingesetzt
  • AKP (Arylketonpolymer): z. B. Ultaire AKP – elastisch, ideal für Klammerprothetik


Obwohl sich alle drei chemisch ähneln, unterscheiden sie sich im Detail, etwa im Verhältnis von Keton- zu Ethergruppen. Das beeinflusst Härte, Elastizität, Schmelzpunkt und Farbe.

Alle PAEK-Werkstoffe sind:

  • metallfrei
  • restmonomerfrei und hoch biokompatibel
  • dimensionsstabil bis über 300 °C
  • geeignet für CAD/CAM-Verarbeitung
  • chemisch sehr reaktionsträge


Letzteres bedeutet: Für eine zuverlässige Verblendung oder Befestigung sind spezielle Oberflächenbehandlungen notwendig.

PAEK-Materialien erweitern das Spektrum moderner Werkstoffe in der Zahntechnik deutlich. Sie ermöglichen neue Konstruktionsansätze – erfordern aber auch ein Verständnis in der Verarbeitung. Wer die Besonderheiten kennt und beachtet, kann mit PAEK ästhetisch und funktionell überzeugende Restaurationen fertigen.

Lasst uns gemeinsam offen bleiben für neue Werkstoffe – denn wer Werkstoffkunde versteht, erweitert nicht nur sein Know-how, sondern auch die Möglichkeiten für eine Zahntechnik mit Zukunft.

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